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 Betreff des Beitrags: Vertrauen im Gelände aufbauen - suche eure Erfahrungen!!!
BeitragVerfasst: 09.06.2009, 20:36 
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Pferdefanatiker

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Beiträge: 22
Wohnort: Borkum
Wer von uns kennt das nicht?

Man reitet aus und döst genießerisch im Gelände herum und plötzlich tauchen aus dem Nichts heraus die Geräusche eines sich nähernden Hubschrauber auf oder ein Sandhaufen oder Holzstapel / Schild / Kindergeschrei / Tiefflieger oder sonst etwas auf :wink: oder was sich auch immer so gerade an bedrohlichen "Gefahren" wie Eichhörnchen oder herabfallende Tannenzapfen vor einem vor die Hufe schmeißt *ggg*.

Wie geht ihr mit eurem Vierbeiner um, wenn ihr bereits die Anspannung unter euch spürt?
Mit welchen Hilfen arbeitet ihr in diesen Situationen, um euer Pferd zu beruhigen und Vertrauen zu schenken?

:roll: ... ich freue mich auf eure Antworten

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BeitragVerfasst: 09.06.2009, 21:49 
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Mod/Admin
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Registriert: 10.07.2006, 15:50
Beiträge: 2602
Wohnort: hessisch by nature
Also mein Pferd ist generell nicht sehr schreckhaft. Ich mache mit ihr aber auch Gelassenheitsarbeit, d.h. Planen, Flatterband, herabfallende Sachen wie Bälle oder auch klappernde Dinge (Klappersäckchen) kennt sie alles und interessiert sie auch nicht wirklich. Vor Baumstämmen hat sie jetzt eigentlich auch keine Angst, da ich sowas auch schon im Gelände mit ihr gesprungen bin. Das alles erleichtert das Ausreiten natürlich enorm. Das Einzige Mal, wo sie mir richtig zusammengezuckt ist, war, als ein Baum neben uns laut geknackt hat. Der war kurz vorm Umfallen :roll:
Auch Treckergeräusche oder Flugzeuge, Autobahn, S-Bahn etc. kennt sie und macht ihr nichts aus. Sie kennt die Treckergeräusche schon vom Hof und Flugzeuge hat sie noch nie interessiert, die Autobahn und S-Bahn kennt sie von ihrem letzten Stall, in dem sie stand. Da waren die Geräusche alltäglich und ich musste jedes Mal, um ins Gelände zu kommen entweder über S-Bahn-Schienen, unter oder über einer Autobahnbrücke hindurch :wink: . Somit kann ich mir schon fast nichts Schlimmeres mehr vorstellen an Geräuschkulisse.
Ein Fahrradreifen ist auch schon ist der prallen Sonne neben ihr geplatzt und das Geräusch war wirklich laut, aber mein Pferd hat nur einmal hingeguckt und das war's...
Aber wenn sich mal etwas vor ihr auftut, dass sie nicht kennt, dann schnaubt sie meist so ein bisschen oder drückt mir mal ein bisschen weg, aber das ist total harmlos. Sie will sich halt angucken, was sie da so schreckliches sieht. Das interessiert sie dann beim nächsten Vorbeireiten in der Regel nicht mehr. Ich bleibe in solchen Situationen eigentlich immer recht ruhig, weil ich sie ja kenne und zeig ihr dann das, was ihr ein bisschen komisch vorkommt und lob sie, wenn sie brav stehen bleibt. Und mit dem Pferd sprechen hilft auch ungemein, es beruhigt einen selbst und damit das Pferd gleich mit.

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BeitragVerfasst: 10.06.2009, 08:02 
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Gutsbesitzer
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Registriert: 08.08.2006, 15:50
Beiträge: 993
Wohnort: Norddeutschland Nähe Delmenhorst
Bevor ich ein Pferd im Gelände reite, muss ich schon eine gewisse Vertrauensbasis aufgebaut haben. Das heißt viel Bodenarbeit und Scheutraining und immer wieder Spaziergänge an der Hand <--- dabei lerne auch ich das Pferd kennen und weiß einigermaßen, wo es wie reagiert.
Das Beruhigen ist immer so eine Sache. Ein Pferd das unruhig wird, unsicher ist und scheut o.Ä. zu beruhigen kann auch falsch verstanden werden. Beruhigende Worte und Gesten sehen Pferde auch gerne als Lob an und glauben/lernen so, das ihre Reaktion richtig ist.
Besser in solchen Situationen selber ruhig bleiben, aber mit fester Stimme normal weiterarbeiten und dem Pferd so zeigen, dass es keinen Grund für eine schreckhafte Reaktion gibt.

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Liebe Grüße
Marion, vom
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BeitragVerfasst: 10.06.2009, 09:18 
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Pferdefanatiker

Registriert: 08.06.2009, 15:40
Beiträge: 22
Wohnort: Borkum
Danke für eure bisherigen Antworten!
Meine Jura ist auch ein sehr selbstsicheres Pferd, was ruhig und zuverläßlich im Gelände geht. Da sich zwischen Jura (wir bekommen sie morgen *jippiiiieeee*) und mir / meinem Mann erst noch ein Vertrauensverhältnis aufbauen muss, werde ich auf jeden Fall bei uns in der Halle Gelassenheitsübungen machen. So kann auch sie sehen, wie wir auf Dinge reagieren.

Hm... meine Frage geht auch mehr in die Richtung, wenn ich z.B. mit Jura im Gelände bin und ich merke, sie beginnt nervös zu werden oder zu scheuen (vor was auch immer), wie ich mich DANN verhalten soll? Ist es besser abzusteigen und zusammen mir ihr der "Gefahr" ins Auge zu blicken, indem ich sie gemeinsam mit ihr anschauen gehe? Oder einfach weiter reiten und in der Halle ähnliche Situationen üben?

Könnt ihr mir vielleicht ein Buch empfehlen, wo viele Übungen samt Bilder für Vertrauensarbeiten mit dem Pferd drin stehen?

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BeitragVerfasst: 12.07.2009, 15:45 
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Reitschüler
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Registriert: 11.01.2008, 14:03
Beiträge: 64
hey,

am besten kannst du einfach weiter reiten und das problem ignorieren. wie schon gesagt wurde: wenn du in dem moment auf sie einredest oder streichelst wird das leicht als lob verstanden und das eigentlich unerwuenschte verhalten bestaerken. je nach dem wie sicher du dich selbst in solchen situationen fuehlst habe ich noch einen tip fuer dich. wenn du selbst, wenn du fuehlst dass sich dein pferd erschreckt oder nervoes wird, erschreckst oder aengstlich wirst merkt das pferd es direkt. dadurch wird es in seiner angst noch bestaetigt. natuerlich ist es in so einer situation leicht gesagt "locker bleiben". Die Anspannung des menschlichen koerpers haengt unmittelbar mit unserer atmung zusammen und passiert somit unbewusst. eine moeglichkeit die atmung zu regulieren und in einen entspannten ritmus zu bringen ist singen! hoert sich bloed an hilft aber...

also: Pferd beginnt nervoes zu werden:

alle meine entchen (atmen)
schwimmen auf dem see (atmen)
...

_________________
Lieben Gruss Vera

http://equi-bc.wetpaint.com


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BeitragVerfasst: 12.07.2009, 21:59 
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Pferdebeobachter

Registriert: 10.07.2009, 17:21
Beiträge: 3
Bei meiner RB und mir gibt es da recht wenige Probleme. Er ist von natur aus schreckhaft, hoher vollblutanteil, somit auch sehr sensibel. Das ich mit meiner RB so weit gekommen bin, war ein harter, langer und zermürbender Weg...
Ich habe ganz viel Bodenarbeit, Vertrauens- dominanztraining mit ihm gemacht, mit dem Ergebnis, dass ich der Alpha in unserer Herde bin.

Früher: Pferd erschreckt sich, trifft für sich allein die Entscheidung, dass Gefahr herrscht und reagiert dementsprechend mit durchgehen etc.
Heute: Pferd erschreckt, aber guckt danach, wie reagiert mein Alpha, also in dem Fall ich, bemerkt, dass ich ganz ruhig bleibe und zieht für sich den Schluss, dass wenn sein Alpha ruhig bleibt, dass es auch für ihn keinen Anlass gibt durchzudrehen.

Das klingt jetzt simpel, aber war ein harter Weg, denn es ist auch für einen Menschen sehr schwierig, "Chef" in einer Herde zu sein.

Lg, blueMe

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Ein Pferd ohne Reiter ist immer noch ein Pferd-
Aber ein Reiter ohne Pferd, ist nur bloß ein Mensch.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 13.07.2009, 22:53 
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Reitschüler

Registriert: 26.01.2009, 20:39
Beiträge: 75
Da ich noch kaum im Gelände gewesen bin, und wenn dann mit sehr gelassenen Pferden, kann ich da kaum was zu sagen. Aber ich denke, das ich erstmal die Zügel kurz nehmen würde und dem Pferd gut zusprechen würde. Dann würde ich verwarende Hilfen geben, damit das Pferd nicht so arg zur Seite springt. Anschließend würde ich entweder weiter reiten oder dem Pferd das Objekt zeigen, wovor es sich erschreckt hat (vorrausgesetzt es ist zu Zeigen und nicht ein Hubi o.ä.)...
:wink:

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!!!!!Pferde sind Lebewesen mit Gefühlen und Verstand, also behandelt sie auch so und NICHT wie Sportgeräte!!!!!!


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BeitragVerfasst: 13.07.2009, 23:52 
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Reitschüler
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Registriert: 23.06.2009, 12:05
Beiträge: 77
Wohnort: Dornbirn (Österreich)
also zügel eng nehmen würd ich persönLiich nicht. im gegenteiiL . so merkt das pferd nämLich, dass das objekt wirklich etwas ist, dass dich vieLLeicht fressen könnte, wenn du plötzlich die zügel eng nimmst.. also ich würd einfach ruhig mit dem pferd reden und es streicheln etc.. einfach weiter gehen und tun als wär nichts..

Lg

_________________
siiszy & liLLy, meine traumpferde. :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Vertrauen im Gelände aufbauen - suche eure Erfahrungen!!!
BeitragVerfasst: 12.12.2010, 21:28 
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Pferdefanatiker
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Beiträge: 13
Bilder: 0
Je hektischer das Pferd - desto ruhiger muss der Reiter sein/bleiben!

Eigentlich gibst du deinem Pferd am meisten sicherheit wenn du die Beine fein am Pferd hast, die Zügel evtl. leicht angestellt und sicher so in der Hand, dass du im Falle eines davonstürmens schnell reagieren kannst. Du musst ganz ruhig bleiben, tief durchatmen. so gibst du deinem Pferd sicherheit und du darfst selbst keine Angst verspüren, wenn du dir sagst: jetzt spinnt er dann gleich. wird er es auch tun! denn du hast ihm eigentlich schon die Hilfen dazu gegeben, Pferde spüren dass.
Einfach ruhig bleiben und falls er wirklich einen Sprung macht oder davon stürmen will wieder durchparieren, aber sobald er nachgibt auch sofort nachgeben und sobald er wieder entspannt ist loben.
Beruhigende worte können genauso falsch wirken wie hektisches Zügelaufnehmen, Beine klammern oder plötzliches starr im Sattel sitzen, all das bestätigt dem Pferd nur das es gefährlich ist. Also einfach cool bleiben. ;)

_________________
Reiten ist mehr als ein Sport.
Reiten ist Gefühl und Vertrauen.
Reiten ist eine Lebenseinstellung
Voller Faszination, Leidenschaft und Sehnsucht.
♥♥♥


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