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Also schreibe ich mal einen Bericht von meiner grandiosen "Chaos-Prüfung":
Der Prüfungstag fing schon mal insofern schlecht an, da ich mein Pferd aus der Box geholt habe und gleich gesehen habe, dass ihr ein Nagel im Huf steckt. Das beste an der Geschicht' war, dass wir einen Tag zuvor noch schön über den "Nageltritt" in der Theorie gesprochen haben und dass der Nagel dann drinbleiben soll, bis der TA kommt. Das hat mich dann natürlich total aufgebaut, denn bis der TA gekommen wäre, wär die Prüfung gelaufen gewesen und ich hätte hundertprozentig ein lahmendes und prüfüngsunfähiges Pferd gehabt. Also 320 Euro für die Katz!
So, bei näherem Hinschauen hab ich dann gesehen, dass sich der Nagel nur in den Kunstoffbeschlag meines Pferdes reingebohrt hatte (der ziemlich dick ist, sonst wärs total im Huf gelandet). Den konnten wir also ohne Bedenken mit einer Zange rausziehen und gut war's.
Dann hatte ich natürlich keine Zeit mehr zum Einflechten, weil die Basispass-Leute schon um halb neun zur Prüfung sollten und meine Schwester musste dann das Einflechten übernehmen.
In der Basispass-Prüfung wurden wir sowas von ausgefragt (die waren so pingelig, das gibt's nicht). Am besten war das dann noch mit den im Laufe der Evolution verkümmerten Zehen beim Pferd: Kastanie usw. und ich Depp sag dann auch noch Griffelbein und die fragen mich sofort, wie viele es davon gibt -.-
Na ja, aber ich hatte die Theorie schon ganz gut drauf und zum Glück auch die Stallmaße, wenn man einen Stall bauen will.
Also die Basispass-Prüfung ging 'ne Dreiviertelstunde und dann ging's weiter mit der Dressur zu dritt. Meine Stute konntest' echt voll vergessen, die hat mich total im Stich gelassen. War sich nur die ganze Zeit am gegen die Dreieckszügel wehren und ich hab mich so geärgert, dass ich die blöden Dinger überhaupt reingemacht hab. Aber das kommt davon, wenn man immer nur auf andere hört. Ich weiß schon, warum ich die nur zum Longieren benutze und sonst nicht. Im Rechtsgalopp (ich freudig, weil sie nicht im Außengalopp angesprungen ist), dreht sie auf einmal auf der offenen Zirkelseite weg und reiß den Kopf hoch, läuft rückwärts, stemmt sich voll gegen die Dreieckszügel und ich konnte den ganzen Galopp nur auslassen und erst beim Traben wieder einsteigen. Den glanzvollen Ritt haben sie mir natürlich mit einer 5,0 quittiert.
Ich hätte echt heulen können, weil ich schon gedacht habe, dass ich jetzt durchgefallen bin. Springen lief dann Gott sei Dank besser und in der Theorie konnte ich dann wieder deutlicher punkten, aber geärgert hat's mich schon.
Das allerbeste war ja, dass die Prüfer in der Theorie, in der wir 7 Leute waren, nochmal auf die Fehler in der Dressur eingegangen sind und die mir knallhart ins Gesicht gesagt haben, so nach dem Motto, die Dressur war ja nicht so gut und mein Pferd kann nix. Das haben die wirklich so gesagt. Ich meine, wie kann man sowas sagen, nachdem ich schon ein Jahr hart an meinem Sitz und mit meinem Pferd arbeite und sie schon solche Fortschritte gemacht hat. Wenn man ein Pferd nur von einmal sehen kennt, dann sollte man sich sowas verkneifen.
Es haben im Endeffekt eigentlich alle gesagt, dass die Aussage schon ziemlich gemein war und der Hofbesitzer hat dann nochmal zu meiner Mutter gesagt, dass ich das mit dem Springen auf jeden Fall weiter ausbauen soll, weil Shakira in der Woche wirklich viel gelernt hat.
Aber sowas sehen solche Prüfer natürlich nicht.
Ich wünsche mir nur eins: Falls ich es schaffen sollte, irgendwann das bronzene zu machen und ich wieder auf diesen Hof gehen sollte für den Lehrgang, dann wünsche ich mir, dass an diesem Tag alles klappt und dieselben Prüfer wieder da sind und die sich noch an mich vor einem Jahr oder länger erinnern. Und dann hau ich die weg!
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