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 Betreff des Beitrags: Brauche Rat
BeitragVerfasst: 24.02.2010, 12:04 
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Pferdebeobachter

Registriert: 24.02.2010, 11:40
Beiträge: 3
Huhu!
Ich bin ganz neu im Forum und brauche schon einen Rat...
Erstmal zur Vorgeschichte- wir etwas länger :lol:
Ich bin 25 und studiere lehramt, werde dieses jahr fertig und gehe dann nächstes Jahr im Februar ins Referendariat. Bisher hatte ich immer Rbs aber nicht viel Glück damit- die erste wurde verkauft, mitd er 2ten(neues Pferd der ersten besi) kam ich nicht zurecht, beid er dritten stimmte es mit der Besi nicht mehr(ich kümmerte mich um alles aber das Pferd wurde tierärtzlich nicht vernünftig versorgt und von der Besi kaputtgeritten(Arthrose)), die vierte musste eingeschläfert werden(war schon 24) und nun bin ich bei der 5ten...Der Wallach soll nun aber auch verkauft werden :klatsch:
Ich bin ein Mensch, der sich immer schnell an die Pferde bindet und ein enges Verhältnis aufbaut. bei dem Wallach jetzt ist es besonders- als ich mit der Rb anfing hatte er erst einige Wochen eine Op hinter sich.
Das ist auch wichtig zu erzählen, da es in die Überlegungen miteinfließt- er hat eine Verkalkung im rechten Vorderbein- das schränkt ihn an sich nicht ein, reizte aber die Sehne, so dass er bei Belastung Schmerzen hatte. Es geht nix kaputt, tut aber weh- daher wurde ein Nervenschnitt gemacht(ein Stück wurde entfernt).
Als ich also anfing durfte er nur 5 min am tag Schritt geführt werden, sonst Boxenhaft, jede Woche kamen 5 min. dazu. ich lernte ihn als misstrauisch, angespanntes Pferd kennen, der beim Putzen steckensteif dastand, nicht gern angefasst wurde, aber trotz Boxenhaft total brav war, bis auf kurze Aussetzer.
Nach und nach lernten wir uns kennen, er wurde, als er wieder länger raus durfte wieder neugieriger, entspannter, freute sich wenn er mich sah, vertraute mir mehr und mehr.
Ich muss kurz einwerfen, dass ich eine ängstliche Reiterin bin...als ich aber das erste Mal auf ihm saß(da wurde er dann das 2te Mal erst wieder geritten) fühlte ich mich sofort wohl und hatte null Angst.
Wir kämpften uns durchs antrainieren und unsere Beziehung wurde immer toller. Anfangs war ich draußen mit ihm schonmal unsicher, wenn er bockte oder schnell wurde flatterten die Nerven etwas, aber mittlerweile vertrauen wir uns blind, er liebt es zu schmusen und zu tüddeln, reagiert auf leisteste Signale bei der Bodenarbeit und beim reiten schockt mich kein rennen, bocken oder erschrecken mehr! Und nun wird er verkauft!
Jetzt bin ich hin und hergerissen was ich tun soll. Soll ich ihn nehmen oder nicht?
Ich bin noch Studentin und kann mir die monatlichen Kosten kaum leisten ohne an Ersparnisse zu gehen. Mein Freund, der weiß wie sehr ich an dem Pferd hänge hat mir sofort angeboten die monatlichen Kosten, die ich nicht stemmen kann zu tragen, ich könnte sie ihm ja irgendwann zurückzahlen. Sowas ist mir aber viel zu unsicher eigentlich. Ok, wir sind seit 6 jahren zusammen, wohnen seit bald 6 Jahren zusammen und wollen irgendwann heiraten, trotzdem weiß man doch nie was kommt. Eine Freundin von mir hätte ich sofort als Rb an Bord, aber auch da weiß man nie wie es läuft...
Zudem weiß ich ja nicht wo ich im Referendariat hinkomme- ich möchte zwar hier bleiben, aber das kann man ja leider nicht 100% beeinflussen, dazu kommt, dass es auch in der Zeit finanziell knapp wird und zeitlich ebenso- viele, die ich kenne sagen, dass es stressig ist, aber genug Zeit für alles andere bleibt.
ABER- finde ich so ein Pferd jemals wieder? Ich hatte an sich geplant direkt nach dem Ref oder IM Ref, wenn es zeitlich und geldtechnisch doch stimmt ein eigenes Pferd zu kaufen. Doch da kann man ja nie so sicher sein, als wenn man ein Pferd schon kennt. Bei dem Wallach kenne ich die Vorgeschichte, sein Wesen, wie er zu reiten ist etc. ABER er hat eben diese Beingeschichte- Vorteil: er wäre fast geschenkt, nachteil- man weiß nicht ob er in 2 Jahren platt ist oder uralt damit wird ohne Probleme :roll:
Ihr seht- alles nicht so einfach- eienrseits denke ich es wäre zu riskant ihn zu kaufen, andererseits denke ich, dass es eine einmalige Chance ist und, wenn eh alles glatt läuft im Ref ich mich ärgere, dass ichs nicht gewagt habe.
Was sagt ihr dazu?

Malt man sich mal das beste Bild aus würde es so laufen:
Ich kaufe ihn, er kommt in einen guten, günstigen Stall(wüsste sofort wo er hinkommen sollte, da war ich selbst als Rb und kenne den Stall), meine Freundin wird Rb, er bleibt gesund, ich bekomme im Referendariat ne Stelle hier, in einem Jahr also wär ich finanziell sicherer, hätte also nur das Jahr bis dahin eine Mehrbelastung, die ich leicht durch Ersparnisse ausgleichen könnte, zur Not würden Freund oder Eltern einspringen und ich wäre glücklich und zufrieden*g*

Worst case:
Ich kaufe ihn, er hat was, wodurch schonmal Geld weggeht, Meine Freundin springt nach 2 Monaten ab, Mein Freund und ich trennen uns, ich muss im Ref. umziehen, bin finanziell und zeitlich am Limit und mitten im Ref oder kurz vorm 2. Staatsexamen fängt das Bein an Mist zu machen und er muss eingeschläfert werden und ich wünsche mir es wäre alles anders gekommen :ducken:


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 Betreff des Beitrags: Re: Brauche Rat
BeitragVerfasst: 24.02.2010, 16:26 
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Moderator
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Registriert: 23.08.2007, 14:58
Beiträge: 1726
Wohnort: nahezu im Stall ;)
Nun: Erstmal herzlich Willkommen bei uns hier!

Du machst auf mich den Eindruck eines Menschen, der nachdenkt, bevor er handelt, das macht auf mich gleich einen vernünftigen und sympathischen Eindruck, ich selbst bin nämlich auch solch ein Mensch ;).

Du hast Dir über die finanzielle Seite Gedanken gemacht, auch über das "restliche Drum-und-Dran" und hast Dir eine Pro-/Kontra-Liste erstellt, also praktisch alles schon erledigt, was ich hier in der Regel vorschlage, wenn es um einen evtl. geplanten Pferdekauf geht ;).

Wichtig ist nat. auch, was das Herz sagt und soweit ich das aus Deinem Text hier entnehmen konnte, hängst Du total an dem Wallach.
Nat. kann Dir weder hier im Forum noch sonstwo i-wer die Entscheidung abnehmen, aber so wie sich das für mich hier anhört, würde ich Dir folgendes raten:

Lasse eikne gründliche AKU machen, mit besonderem Augenmerk auf das "Problembein", würde dafür auch nicht den Haustierarzt bitten, sondern - wenn i-wie dazu eine Möglichkeit besteht - in eine Klinik fahren, da die TÄ dort in aller Regel sehr erfahren und kompetent sind, gerade auch was die AKU anbetrifft.
Außerdem kannst Du Dir bei den Klinik-TÄ recht sicher sein, dass diese auch wirklich unvoreingenommen sind, da sie ja weder das Pferd, noch Dich, noch die vorherige Besitzerin kennen.

Dann hörst Du mal, wie die Prognose für Dein Pferdchen aussieht und wenn Du danach immer noch bereit bist, ihn zu kaufen, dann tu es!


Drücke Dir die Daumen, egal wie Du Dich jetzt entscheiden wirst und hoffe mal, dass es nicht zum "worst case" kommen wird, denn so ein beinkrankes Pferdchen kann einen ganz schönen Batzen Geld kosten, das merke ich gerade an meiner Stute, die mit einer Frissur in der Box steht :(.

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Brauche Rat
BeitragVerfasst: 24.02.2010, 17:22 
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Pferdebeobachter

Registriert: 24.02.2010, 11:40
Beiträge: 3
Vielen Dank für deine Antwort!!!!
ja, vor wichtigen Entscheidungen mache ich mir imemr seeeehr viele gedanken :mrgreen: Ist für mich selbstverständlich!
Zu deiner Idee mit der Aku: Die Besi war mit ihm mehrfach in der Klinik(In Telgte, falls du die kennst), hat ihn auf den Kopf stellen lassen, bis eben diese Diagnose kam- die Klinikärzte sagen damals: unreitbar, evtl sogar einschläfern!!! :shock: Sie wollte sich damit aber nicht so leicht abfinden und ein anderer Ta riet eben zum Nervenschnitt, da er damit Schmerzfrei und wieder voll belastbar werden könnte- sie wagte es und es funktionierte. Er läuft wieder völlig normal, man merkt vom Nervenschnitt oder der Verkalkung überhaupt nichts :) Nur mit dem Rücken hatte er Probleme durch die lange Stehzeit und die fehlenden Muskeln, da war einiges verschoben, wurd aber alles behoben. Er hat mittlerweile wieder gut aufgebaut. Aber man kann es wohl einfach nicht abschätzen, wie lange das mit dem Nervenschnitt hält(obwohl ein Stück entfernt, nicht nur durchtrennt wurde). Durch die Verkalkung entstehen ja nur Schmerzen, keine Schäden, er hat nie dicke Sehnen oder so.
Die Vorbesitzer haben ihn aber wohl weegen des Beins verkauft- aber haben nichts davon erzählt- sie dachten sich wohl, wenn ein kleines Kind etwas reitet merkt man nichts, da das Lahmen nur bei größerer Belastung(er ist auch E-Springen gegangen und wurd halt richtig geritten) auftrat. "Dummerweise" ritt die jetzige besi ihn aber natürlich mit(sie ist Bereiterin) und daher fing er nach wenigen Monaten wieder an zu lahmen. Es dauerte halt bis sie rausfanden was los war und dass sie "über den Tisch gezogen" wurden :evil: Manche Leute, echt...naja aber sie fanden den Walalch halt auch so toll vom Charakter her, dass sie ihn nicht aufgeben wollten :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Brauche Rat
BeitragVerfasst: 25.02.2010, 14:06 
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Tuniergewinner

Registriert: 22.02.2008, 07:22
Beiträge: 574
Wohnort: Südhessen
Kannst du nicht nochmal einen ganz anderen Tierarzt draufgucken lassen?

Ansonsten, klar, manches kann man nicht 100%ig sagen und es ist bestimmt ein Risiko, aber wenn man den Text hier liest, ist das doch schon längst dein Pferd, nur halt nicht auf dem Papier.

Es könnte ja auch sein, dass das Bein i-wann Probleme macht, er aber trotzdem noch leicht bewegt werden darf-evtl. halt "nur" Bodenarbeit, aber wenn dir das auch Spaß macht und es dir um das Pferd, nicht um Reiten als (Leistungs-)Sport geht, wäre das doch kein so großes Problem!?

_________________
Ever tried, ever failed. No matter, try again, fail again.
Fail better.


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 Betreff des Beitrags: Re: Brauche Rat
BeitragVerfasst: 25.02.2010, 15:29 
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Pferdebeobachter

Registriert: 24.02.2010, 11:40
Beiträge: 3
Danke für die Antwort!
Ich denke, wenn ich mich wirklich dazu entscheiden würde, würd ich ihn unabhängig vom bein nehmen, aber irgendwann trotzdem nochmal nen anderen ta draufschauen lassen...einfach um gewissheit zu haben, aber selbst wenn es heißen würde- in ein paar jahren evtl unreitbar würde das meine Entscheidung jetzt nicht beeinflussen, denn in ein paar Jahren könnte ich ihn ja zur Not auf ne Weide stellen und mir zum reiten ein anderes Pferdchen suchen :mrgreen:
Es geht eigentlich hauptsächlich um den finanziellen Aspekt- wär ich etwas risikofreundlicher wärs kein problem- mein Freund würd ja erstmal einspringen...und man dürfte ja auch nie heiraten o.ä. wenn man sich da nicht sicher wär oder :lol: Trotzdem....naja, ab Montag hab ich ihn erstmal 10 tage für mich- die besi ist im Urlaub und ich kann mir in Ruhe überlegen was ich tun will- ind er Zeit wird er ja sicher nicht evrkauft und ich kann viel Zeit mit ihm verbringen :mrgreen:


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